Herrenhäuser und Schlösser
Herrenhäuser und Schlösser - In schleswig-holsteinischer Landschaft
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Schlösser und Herrenhäuser bilden noch heute markante Punkte in der Landschaft Schleswig-Holsteins. Ihre Gesamtverteilung über das Land weist ebenso wie ihre Lage im besonderen auf wichtige Aspekte der Landesgeschichte hin. Die Schlösser nahmen strategische Positionen ein, wie etwa Schloß Gottorf, oder schützten in einer Randlage die aufblühenden Städte, während die befestigten Sitze der Ritterschaft unter den schlechten Wegverhältnissen jener vergangenen Zeiten eher in Randlagen zu finden sind, vor allem im Kolonisationsgebiet an der Ostseeküste zwischen Kiel und Lübeck.

Als Bauwerke gehören die Schlösser und Herrenhäuser zu den bedeutensten Zeignissen der schleswig-holsteinischen Kunst- und Kulturgeschichte. Ihre mittelalterlichen Vorgänger, die landesherrlichen oder adeligen Burganlagen, sind heute als aufragende Architekturen nicht mehr existent. Freilich dokumentieren sie sich manchmal als mächtige Erdformationen in der Landschaft. Gleicherweise wurden einige ihrer Bauteile in noch heute existierende Schlösser und Herrenhäuser einbezogen.

Die Abfolge der vorliegenden meisterhaften Abbildungen Michael Englers zeigt sich als Rundwanderung durch Schleswig-Holstein mit seinen höchst unterschiedlichen Landschaftsformen, in die die Schlösser und Herrenhäuser eingebettet sind, darüber hinaus auch in den Zyklen der Tages- und vor allem der Jahreszeiten mit ihren unterschiedlichen Wetterbedingungen, welche in entscheidener Weise die Farbigkeit der Landschaft zu prägen vermögen, etwa durch das intensive kühle Gelb eines blühenden Rapsfeldes oder durch das Rosa-Violett der Krokusse im Husumer Schlosspark, ebenso wie durch das Goldocker eines reifen Getreidefeldes oder die Brauntöne einer herbstlichen Allee, die sich im Eisblau eines Wassergrabens spiegeln. Mit seinen Bildern vermag er auch Zustände des Verfalls, der Umnutzung, der Reklame ebenso bewusst zu machen wie das Bemühen um die Erhaltung dieses kulturellen Reichtums im Lande. Michael Engler zeigt damit die aktuelle Situation, wie es dem „Medium Photographie“ seit seinem Beginn vor 150 Jahren angemessen und zur Aufgabe gestellt ist.

Die Einführung schrieb Dr. Paul Zubek, der durch eine Reihe von wissenschaftlichen Beiträgen zur schleswig-holsteinischen Landeskunde und zur Kulturgeschichte hervorgetreten ist.

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