In präziser Großbildtechnik fotografierte Michael Engler
im Laufe von drei Jahren ein umfassendes Porträt der 750jährigen Stadt: Berlin im Licht der Laternen.

Keine andere Großstadt in Deutschland kennt diese
Vielfalt an Beleuchtungskörpern – keine andere ist so gezeichnet von jüngster deutscher Geschichte: die Schinkelschen Laternen vor dem Charlottenburger
Schloß, die Speerschen Fackelleuchten auf den Paradeboulevards zur Siegessäule, die Fünfziger-
Jahre-Lichter im Hansa-Viertel, die einfachen
Leuchttöpfe vor der Scharounschen Philharmonie,
die vielen postmodernen Rundlichter und – nicht zu
vergessen – die unzähligen Gasleuchten in den alten
Berliner Straßen.

Selbst für gute Berlinkenner wird das Buch zu einer spannenden Entdeckungsreise durch diese lebendige Kulturmetropole und zu einer nächtlichen Begegnung
mit den vielfältigen und faszinierenden
Stadtlandschaften Berlins.

Eingeleitet wird diese fotografische Nachtreise mit
einem Essay von Günter Kunert und im weiteren
begleitet von Texten und Gedichten bekannter
Schriftsteller wie Walter Benjamin, Alfred Döblin,
Siegfried Kracauer, Erich Mühsam u.a.

Die Kamera hält mit überrealistischer Schärfe auf
großen 20x25 cm Negativen fest, was die Laternen
von abends bis morgens ausleuchten. Entstanden sind Fotografien, die vom Leben und Wirken der Berliner
erzählen, ohne diese selbst zu zeigen, denn die
stundenlangen Belichtungszeiten lassen keine
Darstellungen von Menschen zu. In den Bildern scheint
die Zeit angehalten zu sein, die fotografierten Szenarien gewinnen eine magische Kraft: Es ist ein Moment der
Ruhe und Besinnung, ehe wieder der großstädtische
Alltag den verwunschenen Zauber löscht und die
Menschen ihre Lebensräume betreten.

„Man möchte durch die Fotos hindurchgehen wie Alice
im Wunderland durch die Spiegel, um ein Berlin zu
betreten, wie es in intensiven, aber vergeblichen
Träumen existieren mag. Wie es sich aus frühen
Eindrücken, aus Gedächnispartikeln, aus Lektüre und Beschreibung in unserem Kopf vielleicht hergestellt hat.“

(Günter Kunert)