WANDERUNGEN DURCH DIE DDR
Mecklenburg von der Müritz bis Schwerin


Am „kleinen Meer“, wie die Slawen die Müritz, den größten See der DDR nannten, beginnt die Wanderung, die Annäherung an eine Landschaft und ihre Bewohner. In der 150 km entfernten Großstadt Schwerin, dem „Tiergebiet“ nach slawischer Übersetzung, endet die Entdeckungsreise durch verwandtes norddeutsches Land. Dazwischen liegen Hunderte von kleinen und großen Wasserflächen in hügliger Landschaft, liegen vielfältige Naturschutzgebiete und Totalreservate neben einfältigen Monokulturen der Agrargroßbetriebe.

Es sind aber auch die vielen Begegnungen mit den Menschen unterwegs auf den Feldern, auf Strassen, in Sicht des Wanderers, des neugierigen Fremden. Begegnungen mit Bauern und Schäfern, mit Fischern, Urlaubern und Naturschützern, mit Künstlern, die den Wanderer aus dem Westen in die Stille dieser dünnbesiedelten Landschaft führen, die die Natur wieder neu erleben lassen beim Konzert der Frösche, Unken und Vögel an den Feldwegen. Begegnungen aber auch mit Arbeiterinnen, die produktionssteigernd und planerfüllend orientalisch gemusterte Teppiche für den Export an modernen Maschinen weben; mit Offiziellen und Verfolgten des Naziregimes oder einfach nur mit Bürgern in den Kleinstädten. Sie erzählen von ihrem Leben, von ihrem Land, von damals und heute in der Reuterstadt Staffenhagen und ihrem Heimatdichter, in Teterow von den vielbelachten Schildbürgerstreichen ihrer Vorfahren und in Güstrow, zögernd und schmunzelnd vom Spitznamen der Stadt, von „Kleinparis“. Die Einheimischen berichten von der Feudalherrschaft vergangener Zeiten, von Folterungen in Hexenkellern, von Bauernaufständen, von der Landaufteilung nach dem Krieg, von Gründungen der LPG’s, die heute schon Geschichte und im Museum zu besichtigen sind.

Der Film nähert sich in dokumentarischer Form den Mecklenburgischen Seen. Er versucht ein Portrait dieser Landschaft zu schaffen, will Bilder und Menschen sprechen lassen und dem Betrachter Raum zum kritischen Beobachten geben.