ZU FUSS NACH METROPOLIS
Eine Wanderung durch das Ruhrtal
von der Quelle bis zur Mündung


Der 218 kilometerlange Flusslauf und die verschiedenen Ruhrlandschaften bestimmen Thema und Dramaturgie des Films. Dem vorgefundenen Spannungsbogen von der Quelle bis zur Mündung, von Natur- über Kulturland zur Industrielandschaft, folgt die Wanderung mit Kamera und Tongerät. Der Dokumentation von Landschaften und ihrer Zerstörung, von den unterschiedlichen Lebensbedingungen der Menschen, wird durch die Wanderung eine weitere dokumentarische Ebene hinzugefügt.

Die Idee des Films war es, alle zufälligen Begegnungen und Erlebnisse beim Wandern spontan aufzunehmen. Der Umfang und die Gewichtung einzelner Themenkomplexe wurden daher auch von den Menschen, die dem Filmteam begegneten, mitbestimmt. Was sie wussten, wie interessiert sie an ihrer Umwelt waren, spielte eine wichtige Rolle, ob neben den im voraus recherchierten Themen, andere, neue in den Film aufgenommen wurden.

Aber auch die Antworten auf einfache Fragen wie nach dem Weg, Ort, Bauwerk oder Tätigkeit schaffen, ebenso wie das Erzählen von Geschichten und Märchen über die Information hinaus, eine Dokumentation der Dialekte und der Lebensart in den verschiedenen Ruhrregionen.

So macht der Zeitraum der abgewanderten Strecke den Film selbst zu einem Dokument des augenblicklichen Zustands dieser Region und ihrer Menschen. Die drei Monate der Wanderung werden zu einer Momentaufnahme unserer Zeit. Der unregelmäßige und nicht vorherzubestimmende Rhythmus der Wanderung bestimmt die Form dieses unterhaltsamen Filmportraits einer mitteleuropäischen Flusslandschaft.

 

Aus dem Gutachten der Filmbewertungsstelle:
Prädikatsbegründung „Besonders wertvoll“

„Die filmische Umsetzung des Themas ist weitgehend überzeugend und auf überdurchschnittlichem Niveau gelungen. In durchgehend ruhigem manchmal etwas zu breitem Tempo wird der Wechsel von Natureindrücken und den Statements der zufällig begegnenden Menschen durchgehalten. In geduldigen, nie hektisch summierten Bildimpressionen von oft eigentümlichen Reiz sind die Schönheiten des Ruhrtals, aber auch die zunehmenden Beschädigungen der Umwelt eingefangen. Dabei werden in erfreulichem Maße die ausgetretenen Pfade der Bildfindung vermieden. Keine Schönwetterfotografie also, kein filmisch ausgebreiteter Werbeprospekt für die noch immer recht hohe Lebensqualität in vielen Gebieten entlang der Ruhr, sondern redliche, oft beeindruckende Dokumentation dessen, was noch ist und dessen, was unwiederbringlich schon vom Menschen zerstört worden ist.“