LABYRINTHE
Magische Linien von Menschenhand


Die Labyrinthe sind „in“ – und das schon seit Jahrtausenden. Sie galten als Schauplatz für Initiationsriten, boten Schutz vor dem Bösen, wurden durchschritten auf der Suche nach Gott, nach Erlösung – und wiesen den Menschen den Weg zu sich selbst.
Das uralte Zeichen für Leben, Tod und Wiedergeburt ist in vielen Kulturen bekannt: von den Alpen bis Amerika, von der Sahara bis Sibirien. Heute ziehen kunstvoll angelegte magische Irrgärten und bäuerliche Maislabyrinthe jährlich Millionen Besucher an. Sie treibt der Spaß am kleinen Abenteuer und der ewige Wunsch, auf den Kern der Dinge zu stoßen.

Die vielschichtigen Facetten des Labyrinths – vom Mandala bis zum Tanzspiel, vom Kultort bis zum Lustgarten – werden zur Geschichte des Films. Sie erzählt von Magie und Mythos des geheimnisvollen Zeichens. Am Anfang steht ein Lausbubenstreich in Pompeji – kurz vor dem Vulkanausbruch. Ein Graffito mit Labyrinth und Minotaurus wirft Fragen auf. Die Antwort kommt aus Kreta: mit der Sage vom Menschen verschlingenden Ungeheuer und der Erforschung des labyrinthischen Knossos-Palastes.
Vom Mittelmeer reicht die fesselnde Entdeckungsreise bis zu den legendären Trojaburgen und rituellen Steinsetzungen im Norden Europas. Archäologische Funde und wissenschaftliche Deutungen verdichten die Geschichte ebenso wie die überlieferten Skandale aus den barocken Irrgärten Englands oder das mythische Zahlenspiel der gotischen Kirchenlabyrinthe in Frankreich.

Legenden und Kulte verzahnen sich zur großen Labyrinth-Geschichte: Von den Aborigines, die von zwei Schwestern erzählen, die zur Strafe in den unentwirrbaren Serpentinen-Abdrücken einer heiligen Schlange umherirren, bis zu den kretischen Kranichtänzen, von den Liebes-Labyrinthen bis zu den Ritualen skandinavischer Jungfrauen.
Die Spurensuche führt bis in die Vorzeit des jahrtausendealten Symbols. Historische Dokumente und vergleichende Naturbeobachtungen belegen, wie das archaische Zeichen aus Spirale und Mäander seine Form fand.
In stimmungsvollen Landschaftsbildern, Ausleuchtungen historischer Spuren, verblüffenden Naturvergleichen und einfühlsamen Inszenierungen zeigt der Film die faszinierende Geschichte des Labyrinths.